Lokalnachrichten im Netz immer wichtiger


Die Politik im Rathaus, Reportagen aus dem Umland oder Neuigkeiten aus der Nachbarschaft – Zeitungen setzen immer stärker auf exklusive lokale und regionale Nachrichten im Internet.

Nach einer Trendstudie im Auftrag des Verlegerverbands BDZV unter knapp 100 Verlagen gaben rund zwei Drittel (68 Prozent) an, dass Leitartikel zu regionalen Themen, investigative Recherche und Kommentare zur Lokalpolitik hohe Priorität für ihre Bezahlangebote im Netz hätten.

Unter den Lesern wachse die Zahlungsbereitschaft für solche Inhalte, sagte Alexander Kahlmann von der Unternehmensberatung Schickler. Sie hatte im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) 94 Verlage befragt, auf die 54 Prozent der Auflage von täglich 14,7 Millionen Zeitungsexemplaren in Deutschland entfallen.

Exklusivität und Regionalisierung trieben die Paid Content-Modelle an. Das habe wenig mit Algorithmen und viel mit Journalismus zu tun, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff.

68 Prozent setzen auf "Freemium"

Die Zeitungen haben 205 kostenpflichtige Angebote ins Netz gestellt (2017) mit unterschiedlichen Zahlungsmodalitäten. Sie reichen von der harten Bezahlschranke (9 Prozent) über eine Mischung aus Gratisangebot und Bezahlung ("Freemium", 68 Prozent) bis zum eingeschränkten Artikelabruf ("metered", 22 Prozent).

Laut der Studie "Trends der Zeitungsbranche 2018" sei bei den Zeitungen der rasante digitale Wandel angekommen. "Bisher haben alle über Innovation geredet, jetzt wird sie strukturell verankert", sagte Kahlmann. Der Wandel reiche von der Redaktion bis zur Werbevermarktung für Print und Digital aus einer Hand. Allerdings sei es für Regionalzeitungen schwierig, Digitalfachleute an ihre Standorte zu locken. In der Studie ist von einem "Krieg um die Talente" auf dem Arbeitsmarkt die Rede.

Service: BDZV-Studie

21.02.2018, 11:43
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