Verlage fürchten E-Privacy-Verordnung


Verleger in Deutschland erwarten massive negative Auswirkungen der geplanten E-Privacy-Verordnung der EU auf die Medienlandschaft. Der Wettbewerb mit großen Plattformbetreibern wie Facebook werde dadurch weiter verzerrt, so das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Die befragten Manager aus der Verlagsbranche rechnen mit erheblichen Umsatzrückgängen im digitalen Werbegeschäft, wie der Verband mitteilte.

VDZ-Präsident Rudolf Thiemann forderte die Bundesregierung auf, sich der geplanten E-Privacy-Verordnung entgegenzustellen. Den erwarteten wirtschaftlichen Schaden für die gesamten digitalen Werbeumsätze aller Websites – inklusive der nicht-journalistischen, aber ohne Google und Facebook – beziffern die Experten in der Studie auf "deutlich über 300 Millionen Euro pro Jahr".

Geschäftsmodelle bedroht

Die E-Privacy-Richtlinie ist Bestandteil der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung zu EU-weit einheitlichen Standards beim Schutz persönlicher Daten von Internetnutzern. Wann sie in Kraft tritt, ist noch nicht sicher. "Die Vorschläge zur E-Privacy-Verordnung entziehen insbesondere den offenen Verlagsangeboten im Internet weithin die Grundlage für ihre Geschäftsmodelle", so Thiemann.

Eine Mehrzahl der befragten Manager geht davon aus, dass Medien ihre Inhalte künftig nur noch für eingeloggte Nutzer anbieten werden. Damit werde die Durchsetzung von Bezahlinhalten erheblich erschwert. Dagegen würden die großen Plattformen wie Facebook, Amazon und Google nach Einschätzung der befragten Manager wegen der hohen Zahl bereits registrierter Nutzer von der geplanten E-Privacy-Verordnung profitieren.

Service: Charts zur Studie

21.02.2018, 11:43
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