Zeiten des Wandels fordern Nachrichtenagenturen heraus


Der digitale Wandel und Fake News stellen Nachrichtenagenturen vor immer neue Herausforderungen. Diese und weitere Entwicklungen erörterten Chefs von Nachrichtenagenturen aus 100 Staaten in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. 

"Heute verändert sich die Welt schneller als je zuvor und damit auch unser Beruf", sagte der Generaldirektor von Bulgariens Nachrichtenagentur BTA, Maxim Mintschew, zur Eröffnung der sechsten Tagung des Weltkongresses der Nachrichtenagenturen (News Agencies World Congress, NAWC). 

Unter dem Motto "Die Zukunft der Nachrichten" diskutierten die Teilnehmer über Eigentumsmodelle für Nachrichtenagenturen, neue Einnahmequellen und künstliche Intelligenz im Nachrichtenbereich. Fake News waren ebenfalls Thema. Der Begriff sei zur Waffe geworden, beklagte Clive Marshall, Chef der britischen Press Association und NAWC-Präsident. 

"Einflussnahme kommt durch die Hintertür"

Die Unabhängigkeit vom Staat und von dritter Seite gehörten zu den großen Herausforderungen der Nachrichtenagenturen, sagte Peter Kropsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Presse-Agentur. "Einflussnahme kommt durch die Hintertür", warnte er. "Zuverlässige und vertrauenswürdige Nachrichtenagenturen sind das schlagende Herz und die Blutgefäße des internationalen Nachrichtenflusses", betonte Kropsch.

Auch der Geschäftsführer der International News Media Association, Earl J. Wilkinson, sieht im Vertrauen einen neuen Wert im Nachrichtenbereich – vor dem Hintergrund eines toxischen Einflusses der sozialen Medien. "Vertrauen, Vertrauen und noch mehr Vertrauen", betonte er. 

Die Tagung des Weltkongresses der Nachrichtenagenturen ist das weltweit größte Forum dieser Art. Sie findet alle drei Jahre statt. 

27.06.2019, 10:23
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