Zeitungen setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz


Die deutsche Zeitungsbranche steht nach einer Studie vor großen Herausforderungen. Verlage wollen in nächster Zukunft zunehmend Algorithmen einsetzen, etwa bei der Betreuung von Abonnenten und beim sogenannten Roboterjournalismus für Sportberichte, Wetter und Börse.

So planen 46 Prozent der für die aktuelle Erhebung "Trends der Zeitungsbranche 2019" befragten Verlage in den nächsten drei Jahren, Künstliche Intelligenz in den Redaktionen anzuwenden. Die Ergebnisse stellte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte, in Berlin vor.

Laut der Studie gehen viele Verlage dazu über, ihr Zustellernetz umzubauen. Mit Vollzeitarbeitsplätzen wollen sie ihre Logistik auch für Paket- und Briefbeförderung oder Dienstleistungen rund um E-Commerce einsetzen. Angesichts des Mangels an Arbeitskräften ist es laut BDZV immer schwieriger, ein flächendeckendes Zustellernetz zu sichern. Vollzeitarbeitsplätze könnten die Jobs attraktiver machen. Künstliche Intelligenz soll beispielsweise auch dabei helfen, mit Daten zu verspäteter Zustellung oder Ärger über einzelne Artikel frühzeitig unzufriedene Leser zu erkennen.

Flexible Abo-Modelle sind hoch im Kurs

Unterdessen kommt die Preispolitik der Zeitungen zunehmend auf den Prüfstand. Flexible Abo-Modelle, wie sie etwa bei Handytarifen oder Flugbuchungen längst Realität sind, werden von 79 Prozent der an der Studie beteiligten Verlagshäuser eingesetzt oder sind geplant. Zwar bergen nach Einschätzung der Verlage solche Preisgestaltungen auch Risiken, etwa langjährige Kunden zu verärgern. Doch zwei Drittel sehen darin mehr Chancen als Risiken – in der Hoffnung, neue Leser zu gewinnen oder Abo-Kündigungen zu vermeiden.

Für dieses Jahr erwarten die Verlage ein Reichweitenplus bei der E-Paper-Auflage von 9,2 Prozent und einen Rückgang bei Print um 3,4 Prozent. Bei den Werbeerlösen rechnen sie mit einem Plus von 6,6 Prozent bei Digital und einem Minus von 2,9 Prozent bei Print.

An der Studie beteiligten sich 72 Verleger und Geschäftsführer. Sie repräsentieren 29 Prozent aller deutschen Verlage, nach der Auflage gut die Hälfte (57 Prozent).

Service: Weitere Informationen sind hier abrufbar.

21.02.2019, 11:28
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